RED.CULTURE: VideoPunk am 28.05.

Am 28.05. zeigen wir im

zucker
Liebfrauenstraße 66
Darmstadt

im Rahmen der Videopunk-Reihe die sehenswerte und außergewöhnliche Doku „Unlike U“.

„Heute ist Donnerstag halb vier morgens. Ich bin wach. Die vierte Nacht in Folge. Wecker auf halb zwei und raus aus dem Bett. Kälte? Müdigkeit? Egal. Ich muss raus. Ich muss wissen, wann die Typen ihre Runden drehen. Wir wollen das Ding bunt machen und müssen wissen, wann diese beschissenen Checker ihre Pause machen. Das gehört dazu. Da sind wir akribisch. Da sind wir vorsichtig. Alles andere ist gefährlich. Deshalb gibt’s auch keine Handys, keine Mails. Alles face to face. Die SoKo ist überall. Die wollen unseren Arsch, aber wir sind gut. Gut, schnell und vorsichtig. Auf der Arbeit fragen sie mich die ganze Zeit, ob ich krank bin. Ich habe Augenringe. Ich habe in dieser Woche vielleicht 12 Stunden
geschlafen. Alles für die eine viertel Stunde. Wir wissen jetzt, wann wir es machen können. Alles nur für den einen Zug. Eine viertel Stunde muss reichen. Dann ist das Ding bunt und fährt. Dann kann ich vielleicht wieder schlafen, aber dann wartet schon der nächste Zug. Ist so. Ist immer so. Immer on the run. No Sleep Till Brooklyn. Einfach on the run.!“

Was treibt Jugendliche und teilweise auch noch erwachsene Männer dazu, sich ihre Nächte um die Ohren zu schlagen, Überwachungskameras zu überbrücken, den Wachschutz zu beobachten und hohe Geld- sowie Haftstrafen in Kauf zu nehmen? Was treibt diese Menschen dazu, tonnenweise Geld in Sprühdosen zu investieren, keine Gegenleistung dafür zu erhalten und letztend lich nur in einem extrem kleinen Kreis zu Ruhm und Ehre zu gelangen? UNLIKE U taucht ein, in eine Szene, die für Außenstehende schlichtweg nicht nachvollziehbar ist. Es ist die Welt der Trainwriter, derjenigen Graffitikünstler also, die sich auf das Bemalen von S-und U-Bahnen spezialisiert haben. Extrem verdeckt. Extrem kriminell. Extrem verboten.

UNLIKE U beleuchtet vier Generationen von Sprühern in Berlin, wovon die ältesten der Hardcore-Artisten mittlerweile schon 40 Jahre alt sind und die Jüngsten um die siebzehn. Alle Protagonisten aber haben eines gemeinsam. Jeder von ihnen hat in seinem Leben schon unzählige Züge bemalt und einige von ihnen sogar um die 1000.
Mit intensiven Interviews versuchen die Filmemacher den Beweggründen der Sprüher auf die Spur zu kommen und herauszuarbeiten, was genau der Kick an einer Sache ist, die in der Öffentlichkeit keine Anerkennung bekommen kann. Denn schließlich handelt es sich nach offizieller Lesart um besonders schwere Sachbeschädigung und besprühte Züge, werden so schnell wie möglich aus dem Verkehr gezogen. Die Wahrscheinlichkeit also, dass ein Sprüher sein Werk in Vollendung, sprich als fahrende Leinwand zu sehen bekommt ist äußerst gering. Worin also besteht der Wert dieser Aktionen? Worin besteht die Selbstbestätigung? Was treibt diese Menschen an?

Die Filmemacher Henrik Regel und Björn Birg tauchten tief ein in den Kosmos der Trainwriter. Neben erstklassigen Interviews wurde ihnen auch Material zugespielt, das so noch nie zu sehen war. Der Film zeigt Hintergründe zu bestimmten Aktionen und geschichtsträchtiges Material vom legendären Corner an der Friedrichstraße, dem Treffpunkt der Berliner Sprüher in den 90er Jahren. Dem Ort also, an dem der Mythos der Berliner Writerkultur ihren Anfang nahm.

In diesem Sinne ist UNLIKE U auch kein normales Graffitivideo, in dem Action auf Action und Zug nach Zug gezeigt wird, sondern das einfühlsame Portrait einer Szene, die so noch nicht zu sehen war. Dieser Film schreibt und beinhaltet die faszinierende Geschichte einer Kultur, die ansonsten im Verborgenen bleibt und trotzdem alle Eigenschaften einer eigenständigen Kunstrichtung besitzt mit einem ganz eigenen räumlichen, zeitlichen und inhaltlichem Bezug.

Über sieben Jahre arbeiteten die Filmemacher an dieser Dokumentation und erarbeiteten sich so das Vertrauen einer Szene, die man durchaus als geschlossenen Gesellschaft bezeichnen könnte. Trotz allem verlieren sie dabei nicht die kritische Distanz zum Thema und zeigen auch die Schattenseiten einer Sprüherexistenz, die von sozialer Ausgrenzung, über Realitätsverlust bis hin zum Selbstmord reichen. Die ständige Angst entdeckt zu werden. Die Paranoia, die sich bis zum Verfolgungswahn auswachsen kann hinterlässt Spuren und auch das macht diese Dokumentation offensichtlich. Die Welt der U-Bahnschächte und bewachten Zugbahnhöfe ist nicht nur strafrechtlich ein gefährliches Pflaster. Weit größer scheint die Gefahr zu sein, von diesem schwarzen Loch aus Adrenalin, Angst und verschworener Gemeinschaft angezogen und letztendlich aufgesogen zu werden und so sind einige der Protagonisten, die in diesem Film zu sehen sind oder deren Kunstwerke gezeigt werden, tatsächlich verloren. Gone forever.

Die Intensität, mit der diese Künstler ihre Passion leben ist faszinierend, und der Film zeigt auch die Radikalität, die man besitzen muss, um ein solches Leben zu führen. Jede Nacht raus, um halb 2, damit man nach vier Wochen vielleicht weiß, wann die Wachmannschaften Pause machen und man endlich zuschlagen kann. Das Ding bunt machen und vielleicht fährt es ja dann auch. Dasist nicht viel, für manche aber das ganze Leben. On the run, eben! Forever!

aus der Pressemappe der MacherInnen

RED.PARTY: LOVE MUSIC – HATE FASCISM!

RED.FIGHTS: Heraus zum 1.Mai

Info- und Mobilisierungsveranstaltung:
Naziaufmarsch am 1. Mai in FFM verhindern!

http://www.asta.tu-darmstadt.de/schlosskeller/index.php?brand=sk&content=program&program_display_id=2763

Vortrag: Antikapitalismus von rechts? Zur Analyse und Kritik wirtschafts- und sozialpolitischer Positionen der NPD

Montag, 22. April 2013 im Schlosskeller (Stadtmitte, Schloss)
Beginn: 19:00. Einlass: 18:30

Am 1. Mai 2013 wollen Neo-Nazis aus ganz Deutschland unter dem Motto „Raus aus dem Euro – Gegen Euro und Großkapital“ eine Kundgebung an der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main abhalten, für die sie mit einer völkischen „Kritik“ am Kapitalismus werben.

Angesichts dieses Ereignisses lädt das Antifa-Referat im AStA der TU Darmstadt an diesem Abend Frankfurter Antifaschist*innen ein, die einen kurzen Überblick über die geplanten Proteste gegen den Naziaufmarsch geben.

Im Anschluss geht Hendrik Puls in seinem Vortrag der Frage nach, ob es der NPD tatsächlich gelungen ist einen „Antikapitalismus von rechts“ zu entwickeln.

Näheres zum Vortrag:

Die „soziale Frage “, glaubt ein „Vordenker“ der extrem rechten NPD, sei das „politische Schlachtfeld“, auf dem sich die „Zukunft der nationalen Opposition und damit des deutschen Volkes“ entscheide. Folglich hat die Wirtschafts- und Sozialpolitik in der Agitation der Partei an Bedeutung gewonnen. Unter dem Motto „Sozial geht nur national“ verspricht die NPD, Wohlfahrtsleistungen an „völkische“ Zugehörigkeit zu binden und so den „Deutschen“ im Verteilungskampf um die knapper werdenden Ressourcen des
Sozialstaates einen Vorteil zu verschaffen. Die NPD möchte sich nicht nur als „Anwalt der kleinen Leute“ profilieren, sondern auch als
„Systemalternative“ wahrgenommen werden. Hat die Neonazi-Partei einen „Antikapitalismus von rechts“ entwickelt? Anhand einer umfangreichen Untersuchung der Parteizeitung ‚Deutsche Stimme‘ (1998-2010) werden die sozial- und wirtschaftspolitischen Positionen der NPD analysiert. Nebenihrem Verständnis von Kapitalismus werden die von der NPD formulierten gesellschafts- und wirtschaftspolitischen „Alternativen“ untersucht.

Der Referent
 Hendrik Puls ist Soziologe und arbeitet als Journalist.
Sein Buch „Antikapitalismus von rechts? 
Wirtschafts- und sozialpolitische Positionen der NPD“ ist im vergangenen Jahr bei Edition
Assemblage (http://www.edition-assemblage.de/antikapitalismus-von-rechts/) erschienen.

RED.CULTURE: Pol Mac Adaim am 03.05. in Darmstadt

POL MAC ADAIM

präsentiert neben sozialistischen Klassikern auch irische Freiheitslieder in bester Irish Rebel Tradition und selbstverständlich selbstkomponierte Lieder.

Beginn: 20:30
Eintritt: 3 Euro
Veranstalter: Irish Republican Solidarity
Ort: Green Sheep Pub
Erbacher Strasse 5
DARMSTADT

RESERVIERUNG UNBEDINGT ERFORDERLICH:

http://www.green-sheep.de --> Events


http://www.irishrepublicansolidarity.info

http://www.polmacadaim.org
http://www.irishrebelstore.net

RED.FIGHTS: 18. März

KONZERT ZUM TAG DER POLITISCHEN GEFANGENEN

Blandine Bonjour & Bernd Köhler

präsentieren mit ihrem Programm

„LES NOUVEAUX MOUSQUETAIRES – CHANSONS INTERNATIONALES“

deutsche, französische und internationale Solidaritätslieder.

Benannt sind CD und Programm nach einer Eigenkomposition, eine Würdigung der neuen Bewegungen, die heute auf den Strassen und Plätzen ihre Klingen mit den Mächtigen kreuzen. Wie damal die Musketiere: einer für alle – alle für einen.

Neben Eigenkompositionen gibt es Interpretationen von Klassikern des französischen Chansons, wie das hochaktuelle „Le Déserteur” von Boris Vian oder einige Strophen der französischen Urfassung der „Internationale” – unspektakulär schön von Köhler auf der akustischen
Gitarre begleitet. Von Jean-Baptiste Clément ist „La semaine sanglante”, nach der blutigen Niederschlagung der Pariser Commune geschrieben: „Die schlechten Tage werden ein Ende haben, wenn die Armen sich endlich aufmachen!”.

18. März – 20:00 Uhr

EINTRITT FREI!

HoffART Theater
Lauteschlägerstr. 28a
Martinsviertel
Darmstadt

darmstadt@rote-hilfe.de

Freiheit für alle politischen Gefangenen!

www.rote-hilfe.de

RED.FIGHTS: 8.März Internationaler Frauentag

8. März – Internationaler Frauentag

Die Geschichte des Internationalen Frauentages ist gleichzeitig auch ein Stück Geschichte des politischen Kampfes um soziale und politische Gerechtigkeit. Der 8. März ist weltweit ein Tag der Solidarität für gleiche und bessere Arbeits- und Lebensbedingungen von Frauen. Der Internationale Frauentag erinnert aber auch an die Tradition und Engagement der sozialistischen Frauenbewegung.
Der Internationale Frauentag hat eine lange Tradition. Erste Impulse gehen bereits 1858 von den Demonstrationen New Yorker Textilarbeiterinnen und dem Streik der Tabak- und Textilarberinnen 1908 in Manhattan aus. Am 8. März 1908 wurden streikende Arbeiterinnen von Aufsehern und Unternehmern in der Fabrik eingeschlossen um zu verhindern, daß sie Kontakt zur Gewerkschaft aufnahmen und ihre Kämpfe auf andere Fabriken übergriffen. Ein Brand brach aus, nur wenigen Frauen gelang die Flucht aus den Absperrungen, 129 Frauen kamen in den Flammen um. In den folgenden Jahren fanden in verschiedenen europäischen Ländern und in den USA Arbeitskämpfe, Frauendemonstrationen und Aktionen für die Interessen der Frauen, gegen Unterdrückung und Ausbeutung, für Gleichberechtigung sowie gegen imperialistische (Einmischungs-)Kriege statt.
Die unmittelbare Anregung zum Internationalen Frauentag dürfte von dem Beschluß der amerikanischen Sozialistinnen ausgegangen sein (1908), „am letzten Februarsonntag große Propaganda für das Frauenwahlrecht und die Idee des Sozialismus zu veranstalten. Am 20. Februar 1909 wurde in allen Städten Amerikas vom Stillen bis zum Atlantischen Ozean der Frauentag feierlich begangen. Die gesamte sozialistische Presse, die gesamte Organisation stellte sich in den Dienst der Sache“ (Die Kämpferin, Nr.1, 1931).

Internationaler Frauenkonferenz in Kopenhagen 1910

Vom 26. bis 28. August 1919 tagte in Kopenhagen die II. Internationale sozialistische Frauekonferenz. Im Mittelpunkt der Diskussion stand das Thema „Frauenwahlrecht“. Die versammelten Frauen in Kopenhagen wissen aus politischer Erfahrung, daß sie ohne Druck nichts erreichen können. Nach dem Beispiel der amerikanischen Genossinnen beschließen etwa 100 Frauen aus 17 Nationen auf Vorschlag Clara Zetkins und Kälte Dunckers, künftig jedes Jahr einen Frauentag mit internationalem Charakter durchzuführen. Während dieser Jahre war Clara Zetkin, die zeitlebens sehr eng mit Käte Duncker arbeitete, die Leitfigur der proletarischen Frauenbewegung.

Der 1. Internationale Frauentag 1911

Am 19. März 1911 fand der erste Internationale Frauentag in Dänemark, Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA statt. Allein in Deutschland nahmen über eine Million Frauen – sie waren weit in der Überzahl – und Männer an Veranstaltungen und Demonstrationen teil, um ihr Recht auf volle politische Mündigkeit einzufordern. In den folgenden Jahren wurde die Idee des Internationalen Frauentages auch in Holland, Frankreich, Schweden, Rußland und Tschechoslowakei aufgegriffen Die ersten Jahre des Frauentags waren auch ein Bekenntnis der Frauen zum Sozialismus. Dazu schreibt Clara Zetkin in der „Gleichheit“: „Sein Ziel ist Frauenrecht als Menschenrecht, als Recht der Persönlichkeit, losgelöst von jedem sozialen Besitztitel. […] Wir müssen Sorge tragen, daß der Frauentag nicht nur eine glänzende Demonstration für die politische Gleichberechtigung des weiblichen Geschlechts, sondern darüber hinaus der Ausdruck einer Rebellion gegen den Kapitalismus, eine leidenschaftliche Kampfansage all den reaktionären Maßnahmen der besitzenden und ihrer willfähigen Dienerschaft, der Regierung ist.“

Internationaler Frauentag gegen den Faschismus und für Frieden, Freiheit und soziale Gerechtigkeit

In den zwanziger Jahren gewann der Internationale Frauentag als Kampftag immer mehr in vielen Ländern an Bedeutung: In China, Japan, England, Finnland, Estland, Litauen, Polen, Bulgarien, Rumänien, Türkei und Iran.
Zu Beginn der 30er Jahre wurden die Internationalen Frauentage angesichts der drohenden faschistischen Gefahr Sammelbecken gegen den Faschismus. Unter den faschistischen Diktaturen in Europa wurde der Internationale Frauentag verboten. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte die Forderung nach Frieden und Abrüstung zum wichtigsten Anliegen der Internationalen Frauentage.

Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren!

RED.FOOTBALL: LOVE FOOTBALL – HATE HOMOPHOBIA!

RED.PARTY: LOVE HARDCORE – HATE HOMOPHOBIA!

RED.HISTORY: Der Mord an Luxemburg&Liebknecht

Die Verfolgung und Ermordung Karl Liebknechts und Rosa Luxemburgs waren keine Kampfhandlung im Bürgerkrieg. Sie hatten andere Gründe. Der eine Grund war, daß Liebknecht und Rosa Luxemburg wie niemand sonst in den Augen von Freund und Feind die deutsche Revolution verkörperten. Sie waren ihre Symbole, und mit ihnen erschlug man die Revolution. Dies gilt für Karl Liebknecht noch mehr als für Rosa Luxemburg.

Der andere Grund war, daß sie wie niemand sonst das falsche Spiel, das von Anfang an mit der deutschen Revolution von ihren angeblichen Führern getrieben wurde, erkannten und ihre Erkenntnis täglich laut herausschrien. Sie waren sachverständige Zeugen, die man erschlug, weil man ihrem Zeugnis nichts entgegenzusetzen hatte. Dies gilt für Rosa Luxemburg noch mehr als für Karl Liebknecht. Der Mord an Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg war der Mord an überlegenem Mut und an überlegenem Geist, und er war der Mord an der unwiderlegbaren Wahrheit.

Wer war dieses Mordes schuldig? Direkttäter waren gewiß der damalige Hauptmann Pabst, der sich Jahrzehnte später, im Jahre 1962, im Schutze der Verjährung seiner Tat offen gerühmt hat, und seine Mordkommandos. Sie alle waren gewiß nicht bloße Werkzeuge, die stumpf und gleichgültig Befehle ausführten; sie waren willige, ja eifrige Täter. Aber waren sie die einzigen Täter, auch nur die Haupttäter?

Nicht zu übersehen ist, daß die Verfolgung, die öffentlichen Mordaufforderungen spätestens Anfang Dezember 1918 begonnen hatten, lange ehe die Mörder von der Garde-Kavallerie-Schützendivision die Szene betraten. Nicht zu übersehen der Kopfpreis, der damals ausgesetzt wurde, die Bekundung des stellvertretenden Berliner Stadtkommandanten, die eindeutige Mordhetze nicht nur der bürgerlichen, sondern auch und gerade der sozialdemokratischen Presse; und nach der Tat die heuchlerische Verteidigung, mit der Scheidemann, die kalte Genugtuung, mit der Noske sie registrierte; Ebert hat, soviel man feststellen kann, immer wie das Grab dazu geschwiegen.

Nicht zu übersehen auch die unverhüllte, ja schamlose Begünstigung der Direktmörder durch Justiz- und Regierungsbehörden (sie wurden von einem Militärgericht ihrer eigenen Division in einem possenhaften Verfahren freigesprochen; soweit man sie zu leichten Strafen wegen «Wachvergehens» und «Beiseiteschaffen“ einer Leiche verurteilen mußte, verhalf man ihnen unmittelbar danach zur Flucht). Und nicht zu übersehen schließlich die Reaktion der gesamten bürgerlichen und sozialdemokratischen öffentlichen Meinung auf die Mordtat, die von beschönigender Vertuschung bis zu offenem Jubel reichte.

Der Mord vom 15. Januar 1919 war ein Auftakt – der Auftakt zu den tausendfachen Morden in den folgenden Monaten der Noske-Zeit, zu den millionenfachen Morden in den folgenden Jahrzehnten der Hitler-Zeit. Er war das Startzeichen für alle anderen. Und gerade er ist immer noch uneingestanden, immer noch ungesühnt und immer noch unbereut.

ROSA UND KARL: IHR SEID NICHT VERGESSEN !!

RED.FEMINISM: LadyFest 2012



Referer der letzten 24 Stunden:
  1. google.com (6)