RED.FIGHTS: Soliwoche für das Baskenland

VIII. Internationale Woche der Solidarität mit dem Baskenland (4.-13.April)

10.April 2014

18:00 Vortrag „Das Baskenland geht seinen Weg“
Referent: Dr. Ingo Niebel

Weder Repression noch das Madrider „Nein“ zu einer friedlichen Lösung des politischen Konflikts können die linke Unabhängigkeitsbewegung des
Baskenlandes aufhalten. Sie verfügt über einen Plan B, mit dem sie die Blockadehaltung von Staat und Regierung unterlaufen will. Der sieht vor, notfalls einseitige Schritte zu unternehmen und rechtliche Vorgaben zu akzeptieren. Bisher geht die Rechnung auf: Der politische Spielraum wächst und Madrid muss gegen sich selbst kämpfen.

Der Vortrag beschreibt die aktuelle Lage im Baskenland und skizziert die Politik der baskischen Unabhängigkeitsbewegung sechs Wochen vor den Wahlen zum Europäischen Parlament. Schwerpunkte werden die Gefangenenfrage und die Diskussion um das Selbstbestimmungsrecht von Basken und Katalanen im spanischen Staat sein.

Dr. Ingo Niebel, geboren 1965 in Köln, ist promovierter Historiker und freier Journalist. Er lebt und arbeitet in Köln und Gernika/Guernica. Seit den 1990er Jahren arbeitet er für baskische Medien, darunter als Deutschland-Korrespondent für die Zeitung „Gara“ sowie für internationale spanischsprachige Medien. In den letzten fünf Jahren hat er sechs Bücher zum Baskenland geschrieben.
Gerade neu erschienen:
„Gebildet … freier baskischer Staat“. Das Baskenland im Spanischen Bürgerkrieg. Bonn: Pahl-Rugenstein, 2014. ISBN 978-3-89144-450-4, 500 S., mit Karten u. Abbildungen, br., 29,90 Euro.

Eintritt frei, Spenden erwünscht

Green Sheep Pub (1.Stock) | Erbacher Strasse 5 | Darmstadt

VeranstalterInnen:
Euskal Herriaren Lagunak – Freundinnen und Freunde des Baskenlandes
http://www.info-baskenland.de/

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20:30 Live Konzert mit THE WAKES (Irish Folk and Roll aus Glasgow) und Eröffnungsfeier des IRISH REBEL STORE

Zum zweiten Mal geben sich die Jungs aus Glasgow in Darmstadt die Ehre. St.Pauli trifft Celtic und Irish Folk auf Rock n´ Roll. Wer sich den Werdegang der Glasgower Band ansieht, der wird vor allem eines feststellen: eine stetige Weiterentwicklung. War die erste Veröffentlichung „These Hands“ (2007) noch weitgehend geprägt von ausgesuchten Coversongs und eher geprägt vom Stil des Irish Rebel, einer kämpferischen Version des Irish Folk, so waren auf dem Nachfolger „No Irish Need Apply“ (2009) vor allem Eigenkompositionen zu finden. Auch der Sound wurde mehr und mehr von Rock, Punk und Indie beeinflusst, ein Mix, den die Jungs treffend Folk‘n‘Roll nennen. Zu diesem Anlass wird der Irish Rebel Store eröffnet!

*Reservierungen dringend erforderlich! Wegen der großen Nachfrage, bitten wir drum die reservierten Tische bis 20:15 Uhr einzunehmen, danach werden die Tische wieder frei gegeben*

Reservierungen über René: 0176/84763130 (täglich 16 Uhr – 20 Uhr)

Eintritt (Konzert): 5 €

Green Sheep Pub (1.Stock) | Erbacher Strasse 5 | Darmstadt

VeranstalterInnen:
Irish Rebel Store

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Trotz Repression aus Madrid und Paris: Das Baskenland geht seinen Weg

Veranstaltungen in Berlin, Darmstadt, Erfurt, Hamburg, Kaiserslautern, Karlsruhe, Nürnberg, Regensburg

Das Jahr 2014 war ein guter Start für die baskische Bevölkerung und ihre internationalen UnterstützerInnen. Es gab hochkarätige Beiträge zur Lösung des politischen Konflikts zwischen dem Baskenland, Spanien und Frankreich. Internationale Schlagzeilen machte vor allem die Untergrundorganisation ETA (Euskadi Ta Askatasuna, Baskenland und Freiheit) Ende Februar, als sie im Beisein internationaler Beobachter einen Teil ihres Waffenarsenals unbrauchbar machte. Sie werde diesen Prozess bis zum Ende durchführen, erklärt ETA nur wenig später. Zu internationalem Kopfschütteln führte die Reaktion der spanischen Justiz. Das Sondergericht für Terrorismusbekämpfung Audiencia Nacional lud die international angesehenen Beobachter vor, um sie über ihre ETA-Kontakte zu verhören.

Am 11. Januar 2014 gingen 130.000 im baskischen Bilbo (Bilbao) für Menschenrechte, Konfliktlösung und Frieden“ auf die Straße. Es war vermutlich die größte Demonstration in der Geschichte des Baskenlands. Dieser massive Druck der Bevölkerung ist auch nötig. Denn die Konfliktlösung im Baskenland wird durch autarke Schritte vorangetrieben, ohne Gegenleistung Spaniens oder Frankreichs. Diese Strategie der baskischen linken Unabhängigkeitsbewegung baut darauf, durch das Engagement der baskischen Gesellschaft und internationale Unterstützung Druck auf Spanien und Frankreich zu erzeugen. Die beiden Staaten weigern sich bisher nicht nur, sich mit konstruktiven Schritten in das Konfliktlösungsszenario einzubringen. Mit Polizei und Sondergericht versuchen sie stattdessen weiterhin, die baskischen politischen Akteure als Terroristen zu kriminalisieren.

Und so wird das Szenario immer bizarrer. Während im Baskenland zwei Jahre nach dem Ende des bewaffneten Kampfes von ETA Versöhnungsinitiativen vorangetrieben werden und sowohl das Kollektiv der baskischen Flüchtlinge und Exilierten wie auch das Kollektiv der baskischen politischen Gefangenen (EPPK) Beiträge zum Konfliktlösungsprozess leisten, verhaftet die spanische Guardia Civil nach wie vor politische Aktivisten, die sich für Frieden und
Konfliktlösung einsetzen als Terroristen, finden vor dem spanischen Sondergericht Audiencia Nacional zwei Massenprozesse gegen insgesamt nahezu 80 baskische Jugendliche und politische Aktivisten statt, in denen T-Shirts und CDs als Beweismittel für die Forderung mehrjähriger Haftstrafen herhalten müssen.

Offensichtlich ist weder Spanien noch Frankreich gewillt, sich konstruktiv am Konfliktlösungsprozess zu beteiligen. Es ist indes nicht nur die politische Diskussion um eine selbstbestimmte Zukunft des Baskenlands, der sich Spanien und Frankreich offensichtlich nicht gewachsen fühlen. Die neue Friedensstrategie der baskischen Linken hat schon längst die spanische Politik der Parteienverbote zu Fall gebracht. Damit ist eine starke baskische Linke wieder in Kommunen und Regionalparlamenten vertreten und bietet den neoliberalen Angriffen Paroli.

Auch in die drängende Aufgabe, die Situation der über 500 baskischen politischen Gefangenen zu entschärfen, kommt Bewegung. So verkündete das EPPK Mitte März 2014, dass zum ersten Mal in seiner Geschichte Mitglieder des Kollektivs – die auf Gefängnisse weit entfernt vom Baskenland verteilt sind – begonnen haben, individuelle Anträge auf Verlegung in das neue baskische Gefängnis in Zaballa zu stellen.

Das Baskenland geht seinen Weg, den wir gemeinsam mit EHL-Gruppen anderer Länder solidarisch begleiten. Besucht unsere Veranstaltungen in Berlin, Darmstadt, Erfurt, Hamburg, Kaiserslautern, Karlsruhe, Nürnberg und Regensburg und gebt Bescheid, wenn Ihr Euch auch an anderen Orten beteiligen wollt.

WIR LADEN EIN ZUR VIII. WOCHE DER INTERNATIONALEN SOLIDARITÄT