06. Dezember 2008 – Schüsse in Athen

Am 6.12.2008 wurde im linken Athener Stadtteil „Exarchia“ der fünfzehnjährige Anarchist Alexandros Grigoropoulos von einem Cop ermordet. Zwei Polizisten provozierten damals eine Gruppe von Jugendlichen. Als diese sich die Provokation nicht einfach gefallen ließen und sich Augenzeugenberichten zur Folge verbal zur Wehr setzten, schoss einer der Polizisten. Alexis wurde getroffen und starb auf dem Weg ins Krankenhaus. Dieses Traurige Ereignis war Auslöser für Tage andauernde militante Aufstände zehntausender Menschen, die sich bald über ganz Griechenland erstreckten. Im Zuge dessen kam es zu Besetzungen von Universitäten, Schulen, Radiostationen, öffentlichen Plätzen und Gebäuden.

Nichts und niemand ist vergessen!

13. November 2011: Darmstädter Antifaschist und Kommunist Philipp Benz gestorben

Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freundinnen und Freunde,

unser Genosse Philipp Benz ist am 13.11.2011 in den frühen Morgenstunden im Alter von 99 Jahren verstorben. Leider ist es uns nun nicht mehr vergönnt mit ihm gemeinsam seinen 100. Geburtstag im nächsten Jahr zu feiern.

Philipp Benz wurde am 13. März 1912 in Arheilgen geboren. Nach dem Besuch der Volksschule beginnt er eine Maurerlehre, die er aber auf Geheiß seines Vormundes abbrechen muss, um eine Ausbildung zum Landesvermessungsgehilfen zu beginnen. 1929 entschließt er sich aber, seiner Neigung nachzugehen und den Besuch der Baugewerbeschule fortzusetzen. Diese Ausbildung schließt er 1932 als Hochbauingenieur ab

Bereits 1926, also mit 14 Jahren, tritt er der SAJ (Sozialistische Arbeiter Jugend) bei und engagiert sich bei den Naturfreunden. 1931 wird er Mitglied im Kommunistischen Jugendverband (KJVD), der Roten Hilfe und der KPD. Ab 1932 übernimmt er auch Funktionen innerhalb dieser Organisationen und engagiert sich politisch gegen den aufkommenden Nationalsozialismus

Wegen dieser Tätigkeiten wird er Anfang September 1933 verhaftet und mit sieben weiteren Genossen in das KZ Osthofen verbracht. Nach seiner Entlassung wird er arbeitslos. Ende März 1934 erneut verhaftet, wird er vom Oberlandesgericht Darmstadt wegen Vorbereitung zum Hochverrat angeklagt, aber mangels Beweisen freigesprochen.

Um den ständigen Vorladungen durch die Gestapo zu entgehen, verlässt er nach seiner Freilassung Darmstadt. 1934 wird er als Arbeitsdienstler nach Nürnberg zum Reichsparteitag abkommandiert. 1935 arbeitet er als Katasterzeichner in Braunschweig, 1936/37 in einem Baubüro in Nürnberg. Erst 1945 kehrt nach Arheilgen zurück. Hier lässt er sich als freischaffender Architekt nieder.Nach 1945 engagiert er sich beim Wiederaufbau der KPD und zieht als ihr Mandatsträger in die Stadtverordneten-versammlung Darmstadt ein. Er wird Mitglied des Bauausschusses und übernimmt den Vorsitz des Sportausschusses. 1948 wirkt er bei der Zusammenführung der Arheilger Sportvereine zur Sportgemeinschaft Arheilgen mit. Dieser Sportgemeinschaft gehört er 20 Jahre als Mitglied an, für die Dauer von 10 Jahren übernimmt er den Vorsitz.

Für diese Tätigkeit wird er 1973 mit der silbernen Verdienstplakette der Stadt Darmstadt geehrt. 1977 wird er zum Ehrenvorsitzenden der Sportgemeinschaft Arheilgen ernannt.

1949 gründet er die gemeinnützige Baugenossenschaft Arheilgen mit. Dabei wird er geleitet durch die drückende Wohnungsnot und dem Gedanken an die Prinzipien der Solidarität, des Genossenschaftswesens und der Selbsthilfe.

1972 gehört er zu den Gründern der Lagergemeinschaft Osthofen und steht seitdem als Zeitzeuge Schulklassen und anderen Gruppen bei Führungen zur Verfügung. Als einer der letzten noch lebenden ehemaligen Häftlinge des KZ Osthofen unterstützt er als Zeitzeuge den Förderverein Projekt Osthofen e.V. und die Landeszentrale für politische Bildung bei Führungen an der Gedenkstätte und an Schulen

1976 verleiht ihm die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) die Widerstandsmedaille..

Ab 1980 ist er aktiv in der Friedensbewegung tätig und maßgeblich an der Entwicklung der Stadtführungen „Widerstand und Verfolgung in Darmstadt 1933 – 1945″ beteiligt. Er wirkt im Projekt der Ev. Erwachsenenbildung „Zwangsarbeit in Südhessen“ mit und publiziert in der „Zeitung für Darmstadt“ Artikel zur Geschichte der Arbeiter-bewegung. Unermüdlich erinnert er in Leserbriefen, Zeitungs-artikeln und offenen Briefen an die Schicksale politisch Verfolgter im NS-Regime wie zum Beispiel an den Wider-standskämpfer Georg Fröba, der wie Benz selbst, zeitweise im KZ Osthofen eingesperrt war und 1944 in Frankfurt – Preungesheim hingerichtet wurde.

Philipp Benz wurde geprägt durch das Scheitern der Weimarer Republik, die Niederlage der Arbeiterparteien und den Schrecken der NS-Diktatur. Diese Erfahrungen mündeten nach 1945 in seinen Entschluss, sich historisch mit der Arbeiterbewegung und ihrem Scheitern kritisch auseinander zu setzen und daraus Lehren für die Zukunft zu ziehen. Die Weitergabe seiner Erfahrungen und die pädagogische Ver-mittlung des politischen Widerstandes war ihm nach 1945 ein wichtiges Anliegen.

Das heutige NS-Dokumentationszentrum Rheinland-Pfalz und die Gedenkstätte KZ Osthofen gründen – drückt man es in der Sprache eines Architekten aus – auf den Fundamenten, die von ehemaligen Häftlingen im Verbund mit anderen gesellschaftlichen Gruppen und deren politischem Engagement nach 1945 gelegt wurden.

Phillip lebte bis zu seinem Tod in Darmstadt.

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11. November 2007: Mord in Madrid – Antifaschist erstochen


Am 11. November 2007 wurde der 16-jährige Antifaschist Carlos Palomino in der U-Bahn in Madrid von einem Neonazi erstochen. Carlos befand sich mit seinen FreundInnen und GenossInnen auf dem Weg zu einer Antifa-Demo gegen einen Naziaufmarsch.

Die Dokumentation „Carlos, ein Jahr ohne dich, ein Jahr mit dir“ aus dem Umfeld der Antifa Koordination Madrid (Coordinacion Antifascista Madrid) zeigt die Geschehnisse des Novembertages als auch die Entwicklungen des nächsten Jahres.
Die spanische Origianlversion des Films findet Ihr hier, ein Filmabend in Darmstadt mit deutschen Untertiteln ist geplant [checkt die dates!]

„Es gibt Wunden die die Zeit nicht heilen kann. Wie Jene die unseren Herzen zugefügt wurde als unser Bruder, Freund und Genosse Carlos auf dem Weg zum Kampf gegen den Rassismus von einem Soldaten und Neonazi ermordet wurde.

Seitdem fühlt es sich so an als ob etwas in unserem Inneren gestorben wäre. An diesem Tag wurde in uns die feste Überzeugung geboren unseren Kampf gegen den Faschismus und die Ungerechtigkeit unendlich bis zu unserem eigenen Tod und mit aller Kraft zu führen. Daher ist die antifaschistische Bewegung Madrids vereinter und organisierter als jemals zuvor.

Es wird kein 11. November mehr vergehen an dem wir keine Blumen in Gedenken an Carlos am Ort des Mordes hinterlassen werden.

Im selben Sinne werden Antifagruppen im zu Gedenken jeden 11. November die Zentren, Symbole und Komplizen jener die das Blut Carlos an den Händen tragen angreifen.“
Die MacherInnen des Films

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